BAföG – Alle Informationen auf einen Blick

Damit eine qualifizierte Ausbildung nicht an finanziellen Mitteln scheitert, gibt es das sogenannte Bundesausbildungsförderungsgesetz, besser bekannt als BAföG. Das Ziel ist es, jedem unabhängig von seiner sozialen und wirtschaftlichen Situation die Möglichkeit zu geben, eine Ausbildung zu absolvieren. Selbstredend gibt es diverse Voraussetzungen, um BAföG beantragen zu können.

Ist die Ausbildung förderungsfähig?

BAföG kann für das Studium an Hochschulen und anderen weiterführenden Bildungsstätten beantragt werden. Gemäß §2 BAföG schließt dies folgende Besuche ein:

  1. allgemeinbildende Schulen ab Klasse 10 (§2 Abs. 1 Nr. 1)
  2. Berufsfachschulen, die keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen, sowie alle Klassen der beruflichen Grundbildung ab Klasse 10, z.B. das Berufsvorbereitungsjahr (§ 2Abs. 1 Nr. 1)
  3. Fach- und Fachoberschulklassen, die keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen (§ 2Abs. 1 Nr. 1)
  4. Fach- und Fachoberschulklassen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen (§2 Abs.1 Nr. 3)
  5. (Berufs-)Fachschulklassen, die keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen, sofern sie bei mindestens zweijährigem Besuch einen berufsqualifizierenden Abschluss vermitteln (§2 Abs.1 Nr. 2)
  6. Abendschulen und Berufsaufbauschulen (§2 Abs. 1 Nr. 4)
  7. Höhere Fachschulen, sowie Akademien (§2 Abs. 1 Nr. 5)
  8. Hochschulen (§2 Abs. 1 Nr. 6)

Schüler/innen, die eine der Schulen unter Punkt 1. bis 3. besuchen, erhalten Leistungen nur, wenn sie nicht bei ihren Eltern wohnhaft sind und aus Notwendigkeit (z.B. Entfernung) auswärts untergebracht sind.

Wer hat Anspruch auf BAföG Leistungen?

Nach §8 haben sowohl Deutsche, als auch Ausländer/innen, die eine realistische Perspektive zum Bleiben aufweisen können, integriert sind und eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis besitzen, Anspruch auf BAföG. Gemäß §9 und §48 sind dabei Leistungen erforderlich, die erwarten lassen, dass das angestrebte Ziel auch erfüllt wird.

Während es bei Azubis genügt, wenn sie regelmäßig die Ausbildungsstätte aufsuchen, müssen Fachhochschüler zu Beginn des fünften Semesters sogar Leistungsnachweise vorlegen. Desweiteren regelt §10, dass die Förderung nur gestattet wird, sofern die Auszubildenden vor Vollendung des 30. Lebensjahres, bzw. vor Vollendung des 35. Lebensjahres bei Masterstudiengängen, beginnen.

Wo und wie beantragt man die Leistungen?

Beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung müssen das BAföG schriftlich, auf dafür vorgesehenen Formblättern beantragt werden. Vor Vollendung des 15. Lebensjahres stellen die gesetzlichen Vertreter den Antrag (§36 Abs. 1 Satz 1 SGB I). Die Formblätter erhält man Online oder bei den zuständigen Ämtern.

Die Zuständigkeit ist grundsätzlich wie folgt geregelt:

  1. Studierende wenden sich an das Studentenwerk der Hochschule
  2. Azubis an höheren Fachschulen, Akademien, etc. wenden sich an das Amt für Ausbildungsförderung, welches sich im Bezirk der Ausbildungsstätte befindet
  3. alle anderen Schüler/innen wenden sich an das Amt für Ausbildungsförderung am Wohnort der Eltern

Rückzahlung von BAföG

Die Rückzahlung betrifft nur Studierende an Akademien, höheren Fachschulen und Hochschulen, da sie BAföG in der Regel zur Hälfte als Darlehen des Staats erhalten. Fünf Jahre nach Ende der Regelstudienzeit beginnt die Rückzahlung in Raten, bei geringem Einkommen ist ein Aufschub für jeweils ein Jahr möglich. Schüler-BAföG ist immer ein Vollzuschuss und nicht Rückzahlungspflichtig.

Für detaillierte Informationen und persönliche Beratung wenden Sie sich bitte an das zuständige Amt für Ausbildungsförderung. In diesem Beitrag können wir leider nicht auf alle Einzelheiten eingehen. Weiterführende Informationen finden Sie auch unter https://www.bafög.de/

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